Das eigene kÜnstlerische Schaffen

Das eigene künstlerische Schaffen erfüllt mich immer wieder mit Staunen, Freude, aber auch manchmal mit Leid, wenn ich an meine Grenzen stoße und nicht weiter komme. Das freie Experimentieren, bei dem ich mit Interesse und Aufmerksamkeit verfolge, was sich allmählich entwickelt, ist auch ein Üben einer offenen aufmerksamen Haltung um mit dem zu kommunizieren was mir entgegenkommt. Diese Haltung brauche ich auch in dem künstlerisch-therapeutischen Prozess wenn ich mit einem anderen Menschen zusammen schaffe.

Im Plastischen Arbeiten beschäftigt mich, wie ich den Werkstoff verlebendigen, beseelen und vergeistigen kann. Freude bereitet es mir, wenn die Arbeitsspuren des Entstehungsprozesses offenbaren in welcher Weise oder in welcher Dynamik das Werk entstanden ist.

Im Zeichnerischen macht mir die Arbeit mit Tusche und Pinsel am meisten Freude. Hier spielt der Moment und auch der Zufall eine Rolle. Der Augenblick des Zeichnens dauert nur Sekunden (da das Tier nicht lange still steht). Ich versuche meine Seh-Bewegung und den Gesamteindruck einzufangen. Immer stehe ich vor dem Tier wenn ich arbeite. So wirkt auch die Gesamtstimmung mit: Das Wetter, die Ruhe oder Unruhe im Gehege, meine eigene Verfassung etc.

Das Fotografieren. Immer ist die Kamera dabei und ich fotografiere jeden Tag, besonders gerne Heilpflanzen. Seit Jahren beschäftigen mein Mann und ich uns gemeinsam damit. Zusammen draussen interessante Pflanzen zu betrachten und fotografisch einzufangen macht Freude und hilft meinem Mann, der die Bilder in seinen monatlich erscheinenden Heilpflanzenportraits, für ärztliche Vorträge, Artikel und Bücher verwendet. Gelungen ist ein Bild, wenn es nicht äußere Abbildung bleibt, sondern etwas vom unsichtbaren Wesen, von der Kraft des Objektes einfängt. Erscheinenlassen von dem, was sonst unsichtbar bleibt, ist ein generelles Element der Kunst. Für Portraits von Menschen scheinen mir schwarz/weiß-Aufnahmen besonders geeignet. Ein wichtiger Teil des Portraitfotografierens ist es, den Menschen in die Stimmung zu versetzen, in der er bei einer Aufnahme am vollständigsten in seinem Wesen zu erleben ist.

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